Die Ordnung der deutschen Gesellschaft

Gesellschaftsordnung
Unter der Gesellschaftsordnung versteht man allgemein die grundlegende Struktur der Gesellschaft mit Blick auf ihre wirtschaftliche Ordnung und ihre Sozialstruktur.

Die wirtschaftliche Ordnung Deutschlands

Vor der Wiedervereinigung 1990 herrschten in den beiden deutschen Staaten zwei völlig unterschiedliche Wirtschaftssysteme: die soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland und die sozialistische Zentralplanwirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Nach der wirtschaftlichen Implosion der DDR wurde nach der Wiedervereinigung bundesweit das System der kapitalistischen Marktwirtschaft übernommen.

Bei der Klassifizierung wirtschaftlicher Tätigkeiten werden drei verschiedene Sektoren unterschieden: Der erste Sektor umfasst die Bereiche Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei, der zweite Sektor das produzierende Gewerbe, die Industrie und der dritte Sektor den Dienstleistungsbereich sowie alle weiteren Wirtschaftsbereiche. 

Nach dem 2. Weltkrieg blühte in Deutschland das produzierende Gewerbe auf, es kam zum Wirtschaftswunder. Erst in den 70er Jahren wandelte sich der bundesdeutsche Arbeitsmarkt und wurde nach und nach vom Dienstleistungssektor dominiert. In der damaligen DDR wurde dieser Wandel nicht vollzogen. Als die Berliner Mauer 1989 fiel, arbeiteten in der DDR die meisten Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe oder in der Landwirtschaft. Der Dienstleistungssektor war relativ klein. Die wirtschaftliche Struktur der DDR ähnelte noch der Bundesrepublik zur Mitte der 60er Jahre. Das Recht auf Arbeit war in der DDR gesetzlich verankert. Da es laut Artikel 24 der Verfassung gleichzeitig eine Pflicht zur Arbeit gab, herrschte in der DDR Vollbeschäftigung. Nach der Wiedervereinigung mussten sich die Menschen erst an den Wettbewerbskampf und die Möglichkeit der Arbeitslosigkeit gewòhnen. Einer ifo-Studie zufolge waren in den frühen 90er Jahren in jedem Betrieb im Osten 15 bis 30 Prozent der Beschäftigten von direkter Arbeitslosigkeit betroffen. 

Beschäftigung in der Bundesrepublik Deutschland im 21. Jahrhundert

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt sowie die Entwicklung der Zahlen an Erwerbstätigen hat im Zusammenhang der Finanz- und Eurokrise ab 2008/2009 sowie des aufkommenden 

Fachkräftemangels an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Von den insgesamt 41,6 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten heute knapp 19 Prozent Prozent im produzierenden Gewerbe. Nur noch 1,6 Prozent arbeiten im Bereich der Land- und Forstwirtschaft oder der Fischerei. Die Mehrheit der Erwerbstätigen – heute rund 73,7 Prozent – entfallen seit den 70er Jahren auf den Dienstleistungssektor. Mit 12,5 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer hat Deutschland verhältnismäßig wenige Staatsdiener. Zu den Berufen der öffentlichen Dienstleister zählt man Müllmänner, Briefträger, Lehrer, Beamte und Polizisten. Fast 1,9 Millionen Beamte gibt es in Deutschland. Dennoch sind 60 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nur Angestellte und nicht verbeamtet.