Das deutsche Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist in Deutschland Teil der Sozialversicherung. Es zählt im internationalen Vergleich nicht zu den “staatlichen Gesundheitssystemen” wie man sie aus Großbritannien oder Skandinavien kennt. Trotzdem zählt es zu den besten seiner Art.

Ursprünge im Kaiserreich

Das heutige Gesunheitswesen läßt sich in wesentlichen Punkten auf die Gründung der deutschen Sozialversicherung unter Reichskanzler Otto von Bismarck ins Kaiserreich zurückverfolgen. Unter Bismarck wurde 1883 die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ins Leben gerufen. Heute wird in Deutschland zwischen der privaten und der gesetzlichen Versicherung unterschieden. Beide Versicherungsarten haben jedoch auch Vor- und Nachteile.

Wer ist versichert?

In Deuschland gibt es über 100 verschiedene Krankenkassen und es besteht grundsätzlich Versicherungspflicht, d.h. es müssen, bis auf wenige Ausnahmen, alle Einwohner krankenversichert sein. Es gibt allerdings keine staatliche Krankenkasse, sondern ein duales System mit einer Vielzahl privater und gesetzlicher Krankenkassen. Die Auswahl ist hierbei dem Versicherungsnehmer überlassen. Die meisten Deutschen sind in einer der gesetzlichen Krankenkassen versichert. Ehepartner, Kinder, Jugendliche in der Berufsausbildung sowie Studenten sind bei ihren Partnern bzw. bei ihren Eltern kostenfrei mitversichert, solange sie nicht mehr als monatlich 400,00 Euro verdienen.

Die gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzliche Krankenversicherung beruht auf dem Prinzip der Solidarität: Die monatlichen Beiträge richten sich nach dem Einkommen der zahlungspflichtigen Person, egal welche oder wie viele Ansprüche geltend gemacht werden. Je mehr man verdient, umso höher sind die zu zahlenden Beiträge. Arbeitslose und Erwerbsuntätige werden vom Arbeitsamt oder von der Sozielversicherung bei einer allgemeinen Ortkrankenkasse (AOK) angemeldet und sind somit ebenfalls versichert. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen einen grundsätzlich vergleichbaren Grundleistungsanspruch bieten. Die Versicherten haben jedoch seit 1996 das Kassenwahlrecht und können die Leistungen der unterschiedlichen Anbieter miteinander vergleichen. Bis auf die Landwirtschaftliche Kasse, die den Bauern und Landwirten vorbehalten bleibt, sind die Kassen frei wählbar. Man unterscheidet zwischen folgenden Kassenarten: Allgemeine Ortkrankenkassen (AOK), Ersatzkassen, Betriebskrankenkassen, Knappschaften, Landwirtschaftliche Krankenkasse und Innungskrankenkassen. Der Gesetzgeber ermöglicht dem Versicherungsnehmer den Wechsel zwischen konkurrierenden Kassen.

Die privaten Krankenversicherungen

Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist sowohl ergänzend zur Gesetzlichen als auch anstelle dieser möglich. Bei den privatwirtschaftlichen Krankenkassen richten sich die Beiträge nach dem jeweiligen Alter und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Je älter man wird und je mehr Vorerkrankungen man hat, desto höher werden die Beiträge. Als Angesteller muss mann mindestens Euro 52.200 im Jahr verdienen, also die Beitragsbemessungsgrenze erreicht haben, um sich alleinig privat versichern zu dürfen. Selbständige sowie Beamte sind auch ohne Mindesteinkommen in der privaten Krankenversicherung versichert. Als Privatversicherter genießt man zahlreiche Vorteile, so z.B. bessere Zimmer im Krankenhaus, kürzere Wartezeiten beim Arzt oder umfangreichere Leistungen wie Krankenhaustagegeld. Grundsätzlich kommt es immer darauf an, was genau in der jeweiligen Versicherungspolice vereinbart wurde.