Bevölkerungsverteilung und Urbanisierung in Deutschland

Bevölkerungsverteilung nach Ost und West

In Deutschland leben rund 80% der Bevölkerung in den alten Bundesländern und nur 20% in den neuen Bundesländern. Eine zunehmende Urbanisierung findet statt.

Die Verteilung nach Bundesländern

Deutschland ist ein föderal organisierter Staat mit 16 Bundesländern. 11 davon befinden sich im ehemaligen Westdeutschland und werden als „alte Bundesländer” bezeichnet. 5 kamen durch die Wiedervereinigung mit der ehemaligen DDR 1990 neu hinzu und sind als „neue Bundesländer” bekannt. Deutschland hat insgesamt rund 83 Millionen Einwohner. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in den drei bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (NRW), Bayern und Baden-Württemberg. Damit lebt jeder 5. Einwohner alleine in NRW, einem sehr dicht besiedelten Bundesland. Auf die drei bevölkerungsärmsten Länder entfallen lediglich vier Prozent der Bevölkerung.  Insgesamt zählt man in Deutschland 11 Agglomerationsräume, die jeweils mehr als 1 Million, und zusammengenommen sogar über 25 Millionen, Einwohner beheimaten.

Zur Bevölkerung Deutschlands zählen alle Einwohner, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland angemeldet haben, also natürlich auch alle in Deutschland offiziell gemeldeten Ausländer.  Die Bevölkerungszahl hat sich seit der Reichseinigung 1871 bis zur heute mehr als verdoppelt.

Die Urbanisierung schreitet voran

Mit dem Begriff Urbanisierung bezeichnet man im Allgemeinen das Anwachsen der Städte und der Stadtbevölkerungen. In Deutschland leben aktuell rund 73,8 Prozent der Bevölkerung in den Städten. Dabei sind die sieben größten, und damit bevölkerungsreichsten, Städte die Hauptstadt Berlin, sowie München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Düsseldorf. Die Urbanisierung Deutschlands ist schneller vorangeschritten, als dies vor 30 Jahren noch erwartet wurde. Städte bieten nicht nur eine größere Auswahl an Wohnraum, sondern auch mehr Arbeitsplätze. Seitdem die Landwirtschaft als Arbeitgeber an Bedeutung verloren hat, suchen immer mehr Einwohner Deutschlands ihr Glück in der Stadt. Die Hauptstadt Berlin hat bereits die 4 Millionen Einwohner Grenze überschritten. Auch andere Großstädte wachsen rascher, als einst angenommen. Geht die Landflucht ungebremst weiter, wird es in einigen Jahrzehnten in Deutschland nur noch Stadtbevölkerung geben. Lediglich in einigen Städten der neuen Bundesländer schrumpft die Bevölkerung derzeit noch. Den prozentual größten Bevölkerungsrückgang zwischen 1991 und 2010 verzeichnete dabei das Bundesland Sachsen-Anhalt. Trotzdem ist davon auszugehen, dass der Trend zur Urbanisierung sich weiter ausbreiten und letztendlich auch den deutschen Osten erfassen wird.
Angesichts des schn
ellen Wachstums vieler Städte erweist es sich als notwendig, oberhalb der Großstadtschwelle eine weitere Größendifferenzierung vorzunehmen. Bisher gibt es in Deutschland allerdings noch keine sogenannten Megastädte, die sich erst ab einer Einwohnerzahl von mindestens 10 Millionen so nennen dürfen. Trotzdem liegt der Fortschritt der Urbanisierung in Deutschland wesentlich über dem weltweiten Durchschnitt.